Zwischen Hoffnung und Frustration

jn-Recherchereise nach Israel und in die Palästinensergebiete vom 6. bis 13. 5. 2017

Foto: Anja Koch

Die Weltgemeinschaft diskutiert so kontrovers wie nie zuvor über israelische Siedlungen im Westjordanland und Donald Trump deutet eine Abkehr von der bisherigen Nahost-Politik der USA an – stehen Israel und die Palästinensergebiete vor einer Zeitenwende? Sicher ist jedenfalls: Die Region rückt wieder stärker in den Fokus der Weltöffentlichkeit, ein guter Zeitpunkt, um sich selbst ein Bild vor Ort zu machen. Weiterlesen …

Wahr und falsch zugleich

Recherchereise nach Indien im November/Dezember 2016

Text: Jenny Genzmer und Benedikt Schulz – Fotos: Lea Deuber

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Alles, was ihr über Indien schreibt, wird falsch sein… und gleichzeitig wahr. Ein Satz, der einen Journalisten beunruhigen kann. Als wir ihn zum ersten Mal auf unserer Reise hörten, waren wir schon über eine Woche gemeinsam im Land unterwegs. Und wir wussten: Es stimmt. Aber von vorne:

Unsere Reise beginnt in Berlin mit einem gemeinsamen Mittagessen mit dem indischen Botschafter Gurjit Singh. Auch er gibt uns einen schönen Satz mit auf den Weg: „Berichten Sie, was Sie sehen – nicht das, was Sie erwarten“. Weiterlesen …

Eine historische Chance

Recherchereise nach Kolumbien im November 2016

Text: Claudia Doyle

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Kolumbianische Friedensaktivisten campieren vor dem Kongressgebäude.

Über fünfzig Jahre Krieg, 220.000 Opfer, über fünf Millionen Vertriebene. Wer wünscht sich da nicht endlich Frieden? Jahrelang hat die kolumbianische Regierung mit den FARC-Rebellen darüber verhandelt, und in mühsamer Kleinarbeit ein Friedensabkommen aus der verbrannten Erde geformt. Doch als Präsident Santos das Volk an die Urnen rief, mehr symbolische Geste als Notwendigkeit, kam der Prozess ins Straucheln. 50,2 Prozent der Kolumbianer stimmten am 2. Oktober mit Nein, die Mehrheit stimmte gar nicht. Sie verhinderten den Friedensvertrag. Wir, 14 Journalisten aus Deutschland und der Schweiz, wollen herausfinden, warum. Und finden unglaublich viele Antworten. Weiterlesen …

Einladung zum Jahrestreffen

Workshops und Get-together am 7. Januar 2017 in Berlin

Am 7. Januar 2017 findet wieder unser Jahrestreffen statt – wie in den vergangenen Jahren wieder in Berlin. Auch in diesem Jahr laden wir im Anschluss an die Mitgliederversammlung unsere Alumni, Freunde des Vereins und interessierte Newcomer zu Workshops und einem abendlichen Get-together ein.

Die Workshops beginnen am Samstag, den 7. Januar, um 14 Uhr in den Räumen von ZEIT Online, Askanischer Platz 1, direkt am Anhalter Bahnhof. Der erste Workshop beschäftigt sich mit Sicherheitsfragen bei der Auslandsrecherche: Wie kann ich Risiken vor einer Reise abschätzen? Wo kann ich mich informieren? Wie kann ich unterwegs potentiellen Gefahren aus dem Weg gehen? Und wie verhalte ich mich, wenn es doch brenzlig werden sollte? Referent ist Malte Roschinski von der Firma Plan4Risk, die Sicherheitstrainings für Diplomaten, Firmen- und NGO-Mitarbeiter im Auslandseinsatz anbietet.

In einem zweiten Workshop wollen wir anschließend über neue Reise-Projekte für 2017 nachdenken: Welche Länder sollte jn in den kommenden Monaten in den Fokus nehmen? Und wer hat dort Expertise anzubieten? Unser Reise-Brainstorming wird der langen Liste aktueller Projekte hoffentlich noch weitere hinzufügen.

Am Abend wollen wir das Schmieden neuer Pläne und den fachlichen Austausch fortsetzen, dann aber bei Essen und Trinken: Dazu wechseln wir gegen 18.30 Uhr einmal auf die andere Straßenseite in die gediegene „Stadtklause“, Bernburger Straße 35.

Um an unserem Jahrestreffen teilzunehmen bitten wir um eine kurze Anmeldung unter mail@journalists-network.org. Wir freuen uns auf das Wiedersehen bzw. Kennenlernen!

 

Kolumbiens historische Chance

jn-Recherchereise nach Kolumbien vom 8. bis 22.11.2016

Foto: Nicolas Martin

Fotos: Nicolas Martin

Nach mehr als fünf Jahrzehnten Bürgerkrieg haben sich die kolumbianische Regierung und die Farc-Rebellen im August auf einen Friedensvertrag geeinigt. Für das Land und seine Bevölkerung bedeutet dies eine Zeitenwende. Und doch ist der Friedensvertrag erst der Beginn eines langen Prozesses. Wird die Entwaffnung der Guerilleros funktionieren? Wie sollen sie in den politischen Prozess integriert werden? Wird die voraussichtlich milde Bestrafung der Kämpfer von der Gesellschaft mitgetragen werden? Viele Fragen sind noch immer ungeklärt und spalten die Gesellschaft. Ob der Vertrag in dem obligatorischen Referendum, das kurz nach der Unterzeichnung stattfinden soll, Zustimmung findet, ist darum alles andere als sicher.

Der Konflikt hat nicht nur das Leben der Kolumbianer geprägt, sondern auch den Ruf des Landes beeinflusst: Kolumbien hat auf Reisende wie Investoren lange abschreckend gewirkt. Seit der Jahrtausendwende aber hat sich einiges getan: Bis zum vergangenen Jahr verzeichnete das Land eine der höchsten Wachstumsraten Lateinamerikas; das BIP pro Kopf hat sich innerhalb von nur zehn Jahren verdreifacht, so dass Kolumbien inzwischen zu einem regionalen Schwergewicht geworden ist. Viele internationale Firmen haben sich inzwischen im Land niedergelassen. Mit Blick auf die Versöhnung zwischen Regierung und Guerilla rechnen Politiker und Unternehmer bereits mit einer „Friedensdividende“. Weiterlesen …

Jenseits des Wirtschaftsbooms – Indiens Ambitionen

jn-Recherchereise nach Indien vom 24.11. bis 6.12.2016

Foto: Sylvia Albert-Vogl

Foto: Sylvia Albert-Vogl

Indien ist mit rund 1,3 Milliarden Einwohnern das zweitbevölkerungsreichste Land der Welt. Mit knapp 8 Prozent Wirtschaftswachstum ist das Land derzeit weltweit Spitzenreiter und konnte inzwischen selbst China hinter sich lassen. Dennoch herrscht in weiten Teilen des Landes weiterhin absolute Armut. Zudem ist Indien demografisch betrachtet ein junges Land, mit einem Durchschnittsalter von rund 27 Jahren – in Deutschland liegt es bei 46 Jahren. Um soziale Unruhen zu vermeiden, müssen in den kommenden Jahren also Jobs für Millionen junger Menschen geschaffen werden. Wie kann das gelingen? Und wie nachhaltig ist der indische Wirtschafts-Boom? Diverse Sozialunternehmer versuchen derzeit, die indische Form des Kapitalismus zu verändern: „Weg vom Kapitalismus ohne Rücksicht auf Mensch und Umwelt – hin zu unternehmerischer Verantwortlichkeit“ lautet ihr Credo. Aber welche Strategien funktionieren und wie können sie ökologisch und sozial aufrechterhalten werden?

Dass der soziale Frieden bedroht ist, zeigt sich auch an mehreren Vorkommnissen an Indiens Hochschulen: So gab es an der Jawaharlal Nehru University in Delhi Anfang des Jahres heftige Proteste. Und der Doktorand und Dalit Rohith Vemula beging gar Suizid aufgrund von Diskriminierung an seiner Hochschule. Beide Fälle verdeutlichen die massiven Spannungen innerhalb der indischen Gesellschaft. Wie können diese abgebaut und der gesellschaftliche Zusammenhalt gestärkt werden? Zwei Jahre nach dem überwältigenden Sieg der Bharatiya-Janata-Partei (BJP) unter Narendra Modi in den allgemeinen Parlamentswahlen wollen wir daher eine Zwischenbilanz ziehen. Modi galt für viele Menschen als Hoffnungsträger. Was davon ist geblieben?

Zu den gesellschaftlichen kommen auch massive ökologische Herausforderungen. Unkontrolliert gewachsene Städte, schlechte Infrastruktur und Luftverschmutzung sind indische Normalität. Dazu kommt eine enorme Wasserknappheit: Anfang dieses Jahres war ein Viertel der Bevölkerung – rund 330 Millionen Menschen! – von der schlimmsten Dürreperiode seit 20 Jahren betroffen. Nachhaltige Wasserversorgung- und -konservierung sind so in den vergangenen Monaten zu einem zentralen Thema geworden. Was für Lösungsansätze gibt es – und können sie auch Abhilfe schaffen? Weiterlesen …

Neu im Kuratorium: Tina Hassel

Leiterin des ARD-Haupstadtstudios unterstützt journalists.network

Die Fernseh-Journalistin Tina Hassel wird neue Kuratorin von journalists.network. Wir freuen uns sehr, dass sich die Leiterin des ARD-Haupststadtstudios und Chefredakteurin Fernsehen bereit erklärt hat, in unserem Aufsichts- und Beratungsgremium mitzuarbeiten. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit!

Damit folgt Hassel (indirekt) auch in diesem Ehrenamt auf ihren Vorgänger Ulrich Deppendorf: Bis Ende 2015 war Deppendorf Mitglied in unserem Kuratorium, hatte mit seinem Eintritt in den Ruhestand das Amt aber abgegeben. Wir danken ihm herzlich für seine Begleitung in den vergangenen Jahren!

„Als putscherfahrener Türke wusste ich, was zu tun ist“

Hintergrundgespräch mit Cem Sey zur Türkei

Cem Sey vor 22 Zuhörern beim Hintergrundgespräch zur Türkei

Cem Sey vor 22 Zuhörern beim Hintergrundgespräch zur Türkei

Cem Sey geriet zufällig mitten in den Putschversuch in der Türkei – der für politische Beobachter nicht ganz so unerwartet kam, wie er im Hintergrundgespräch bei journalists.network erklärte. Als er mit dem Auto von Ankara nach Istanbul fuhr, ging es vor der Bosporus-Brücke nicht mehr weiter. Er hörte im Radio, dass das Militär einen Umsturz plante. „Als putscherfahrener Türke wusste ich, was zu tun ist – runter von der Straße und in ein Hotel“. Er hörte Schüsse, sah die Kampfjets und ahnte, dass der Versuch scheitern würde: Niemand mit Verstand putsche an einem Freitag abend in Istanbul, wenn die Leute ausgehen, alle Straßen verstopft sind.

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Die Türkei nach dem Putschversuch

Hintergrundgespräch mit Cem Sey am 25. Juli in Berlin

Ein gescheiterter Putsch des Militärs, der „Gegen-Putsch“der Regierung, die Diskussion um die Todesstrafe: Die Nachrichten aus der Türkei sind harter Tobak. Das Land wird erschüttert von gesellschaftlichen Grabenkämpfen, in den Kurdengebieten im Südosten herrschen kriegsähnliche Zustände, an den Grenzen brodelt’s, der Umgang mit Islamisten ist unklar, der Staatspräsident macht die Opposition mundtot – ist aber von der Mehrheit gewählt.

Von außen betrachtet scheint man ein Land auf dem Weg in die Diktatur zu beobachten. Wie aber fühlt es sich im Land an, wie erleben die Menschen vor Ort diese Tage? Darüber kann uns Cem Sey berichten. Der deutsch-türkische Journalist ist langjähriges jn-Mitglied und hat den Putschversuch in Istanbul erlebt. Jetzt kommt er nach Berlin – und nimmt sich Montag abend für uns Zeit, seine Eindrücke zu schildern und die Lage in der Türkei einzuschätzen. Das Gespräch mit Cem Sey findet statt am Montag, den 25. Juli, um 19 Uhr in der Narr Bar, Böckhstraße 24, 10967 Berlin-Kreuzberg.

Über eine kurze Anmeldung bei unserem Vorstandsmitglied Anna Corves würden wir uns sehr freuen: ac@journalists-network.org

jn bei nr: Volles Haus bei unseren Workshops

Großer Andrang bei den „Tipps zum Recherchieren im Ausland“

DSC_3065Die direkte Konkurrenz war hart, aber der Raum trotzdem voll: Am 8. Juli 2016 hat journalists.network ein weiteres Mal an der Jahreskonferenz vom Netzwerk Recherche teilgenommen. Und trotz der Parallel-Veranstaltung mit EU-Parlamentspräisident Schulz und dem Cumhuriyet-Chefredakteur Can Dündar war auch unser (kleinerer) Raum mit etwa 50 Leuten gut gefüllt – das hat uns sehr gefreut! Weiterlesen …